Willkommen auf » Emotionale Kompetenzen


„Man kann einen Heroin-Entzug schwer beschreiben, aber ich fühlte mich, als würde ich sterben. Ich schwitzte und fixte gleichzeitig. Der Schweiß war eiskalt. Der Rücken schmerzte grauenvoll. Die Beine waren schwer wie Blei. Ich musste mich ständig übergeben.

Der Teufelskreis fing bei jedem Entzug wieder von vorne an. Dazu kam, dass ich ständig Stoff verkaufen musste, damit ich Stoff kaufen konnte. Christina konnte mich nicht davon abbringen. Sie fing an, meine Abhängigkeit zu tolerieren. Ich war scham-los. Spritzte Heroin direkt vor ihren Augen. Christina litt und ertrug meine Situation. Außerdem war ich viel, viel netter und lieber zu ihr, wenn ich auf Heroin war. Manchmal gab sie mir sogar Geld, damit ich mir Stoff kaufen konnte.

Ich ging wieder auf Entzug, bin nach zwei Tagen wieder abgehauen. Der Teufels-kreis begann erneut. Obwohl ich ein Junkie war, kleidete ich mich immer gut. Viele erkannten nicht, was mit mir los war. Irgendwann bin ich dann in ein Substitutions-programm gegangen. Ich bekam jeden Tag mein Methadon und später mein „Subu Tex.“ Doch ich verkaufte dieses Zeug, um an Heroin zu kommen. Meine Drogen- und Alkoholabhängigkeit machte mich aggressiv. In Discos war ich immer wieder in Schlägereien verwickelt. Ich machte eine Drogenlangzeittherapie. Dort wurde ich wegen weiteren Rückfällen und Schlägereien frühzeitig entlassen. Natürlich war ich sofort wieder auf Heroin.”

 

Aus „Ich gehe meinen Weg – mit Kraft und Mut verändern”, CHANGE Arbeitsbuch 4, PfP, München 2009


„Christina sah bald die Einstiche an meinen Armen. Sie war total geschockt und fertig. Sie flehte mich an, aufzuhören. Ich lief nur noch mit langärmeligen Hemden herum. Meine zerstochenen Arme sollte niemand bemerken. Meine Eltern schöpften Verdacht. Es fehlten ständig Löffel. Ich sah immer kaputter aus. Sie ließen mich in Ruhe. Ich denke, sie wollten es nicht wahrhaben, dass ihr Sohn ein „Junkie“ war.

Die Polizei kam wieder ins Haus. Sie stellten mein Zimmer auf den Kopf. Sie fanden zwar kein Heroin, aber genügend Spritzen. Meinen geschockten Eltern versprach ich, eine Entziehungskur zu machen. Dort wurde ich langsam herunterdosiert. Mein Chef hatte Verständnis. Nach drei Wochen war mein Körper komplett „clean“. Im Kopf war ich immer noch total „geil“ auf Heroin. Am Tag meiner Entlassung setzte ich mir den ersten Schuss. Ich  war sofort wieder auf der Droge.

 Es verschlimmerte sich alles. Ich brauchte immer mehr. Zum erstenmal war ich richtig krass „affig“.”

 

Aus „Ich gehe meinen Weg – mit Kraft und Mut verändern”, CHANGE Arbeitsbuch 4, PfP, München 2009


„Mit 15 fälschte ich meinen Schülerausweis. Ich wollte in die Diskos reinkommen. Dort hatte ich dann das erste Mal mit Ecstasy zu tun. Davon war ich einfach begeistert.Jedes Wochenende ging ich in den Club. Dort habe ich „XTC“ geschmissen und saufen gelernt! Alkohol und „XTC“ war unbe.-schreiblich geil. Das „Kiffen“ langweilte mich.

Mein Körper schüttete so viele Glücksgefühle aus. In der Schule war schlecht drauf war. Obwohl ich so gut wie immer unter Drogen stand, schaffte ich zum Glück meinen Hauptschulabschluss. Ich bekam eine Lehrstelle als Elektriker. Meine Arbeitsleistungen wurden zunehmend schlechter. Mein Chef war früher selbst alkoholabhängig. Ich glaube, das war der einzige Grund, warum er mich nicht auf die Straße setzte. Alle wussten, dass ich ein „Junkie“ bin. Ich selbst wollte es nicht wissen. Ich verdrängte meine Situation.

Ich lernte die wunderschöne Christina kennen. Sie wusste zwar, dass ich Drogen nahm, aber sie nahm mich so wie ich war. Christina nahm keine Drogen. Sie machte gerade ihr Abitur. Es ließ alles gut. Außer, dass wir beide sehr eifersüchtig waren.

Wir waren beide besitzergreifend. Diese Haltung führte zu Streitereien.”

 

Aus „Ich gehe meinen Weg – mit Kraft und Mut verändern”, CHANGE Arbeitsbuch 4, PfP, München 2009


„In der 8. Klasse rief der Direktor der Schule wieder bei meinen Eltern an. Er empfahl ihnen, in meinem Zimmer nach Drogen zu suchen. Als ich nach Hause kam, schmiss mir meine Mutter das Zeug entgegen. Erst schrie sie mich total an. Dann war sie einfach nur verzweifelt. Sie erkannte, dass ihr Sohn süchtig war. Ganz ehrlich, das war mir scheissegal. Mich interessierte nur, wie schnell ich an neuen Stoff kommen konnte.

Meine Eltern machten sich natürlich Sorgen. Sie klärten mich über die Gefahren auf. Ihre Belehrungen gingen echt an mir vorbei. Für mich zählten nur, meine Freunde, dass ich der „Coolste“ war, dass Mädchen auf mich stehen und dass ich genug zu „kiffen“ hatte.

Immer öfters erwischte mich die Polizei. Sie fanden „Dope“. Ich kassierte eine Jugendarreststrafe und verbüßte sie an den Wochenenden.”

 

Aus „Ich gehe meinen Weg – mit Kraft und Mut verändern”, CHANGE Arbeitsbuch 4, PfP, München 2009

Artikel vom 11.und 12.3.09 / Teil 3

Was macht einen Menschen zum Gewalttäter, gar zum Massenmörder?

Diese Frage geht derzeit rund um den Globus. Experten benennen zwar bestimmte Risikofaktoren, die einem Amoklauf vorausgehen, geben jedoch gleichzeitig an, dass ein Amoklauf nicht vorauszusagen sei und sie noch lange keinen Gewalttäter ausmachen.

Es sind Risikofaktoren wie

  • psychische Erkrankungen (zwischen 2-4 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Depressionen, damit verbunden unter Empfindungsverlust und Schwermütigkeit),
  • Schikanen, Demütigungen über einen langen Zeitraum (sprich: Mobbing),
  • Vereinsamung, Isolation, Rückzug, Einzelgängertum und
  • vorausgegangene versteckte, gleichwohl konkrete Hinweise auf eine Selbsttötung.

Warum vereinsamt ein Mensch, warum zieht sich ein Mensch aus seiner realen Welt zurück?

Weil er vielleicht misshandelt, missbraucht worden ist?  Weil er vielleicht emotional vernachlässigt worden ist? … und weil er dadurch vielleicht seine Dialog- und Beziehungsfähigkeit und sein Einfühlungsvermögen verloren hat …

Was macht es darüber hinaus so schwer, eine gewalttätige Tat vorauszukalkulieren?

Nachdem sich ein schrecklicher Vorfall ereignet hat, wird die Handlung rekonstruiert:

  • Was war der Plan?
  • Welche Motivation(en) lagen der Handlung zugrunde?
  • Welche Gründe gab es für die Tat?
  • Welche Reaktionen gingen den Gründen voraus?
  • Welche Probleme hatte der Täter / die Täterin?

Sicherheitsbehörden, Analysten, Experten reagieren. Ein interdisziplinäres Krisenmanagement wird aktiv, zuweilen hyper-aktiv!

Beim Vorauskalkulieren einer möglichen Tat, gibt es hingegen keinen Vorfall, kein kritisches Ereignis. Es gibt Vermutungen, Anhaltspunkte, Risikofaktoren, Verhaltensauffälligkeiten … und es gibt die Möglichkeit, gefährdete Menschen zu erkennen, sich ihnen zuzuwenden, sie zu unterstützen und sie aufzumuntern – vorausgesetzt Frau / Mann besitzt die notwendige Sensibilität, Kraft und eine Menge Zivilcourage, auf diese Menschen zuzugehen, sie nicht auszugrenzen, mit ihnen ins Gespräch (keinen oberflächlichen Smalltalk) zu kommen und zu ihnen Beziehung aufzubauen.

Ich setze mich seit Jahren für die Prävention ein und seit Jahren setze ich mich mit gefährdeten Jugendlichen, vor allem mit Jungen und jungen Männern auseinander, erfahre etwas aus ihrem Leben, ihren Verletzungen, ihren Träumen, ihren Ängsten, ihren Talenten, ihren Fähigkeiten.

Sie öffnen sich mir, weil ich mich ihnen öffne!

Sie sprechen mit mir, weil ich mit ihnen spreche!

Sie hören mir zu, weil ich ihnen zuhöre und mir alles anhöre, auch das, was mitunter schwer zu ertragen ist!

Nur so, lassen sich emotionale Probleme aufarbeiten, die eine mögliche extreme Handlung verursachen können.

Prävention ist ein mühevoller Weg, doch Prävention ist ein menschlicher Weg und er ist, für mich, der einzig richtige Weg!

Ellen M. Zitzmann, Vorsitzende, Power for Peace e.V. München


Artikel vom 11.3.2009, Teil 2

Das Wort „AMOK” kommt von malaischmeng-àmok und bedeutet, in blinder Wut angreifen und töten. Es ist ein Zustand heftiger, rasender und wütender Gemütserregung mit Panik und aggressiver Angriffs- und Mordlust.

Amok laufen heißt, in einem Zustand krankhafter Verwirrung mordend umherlaufen. Es gibt Amokfahrer, Amokläufer und Amokschützen.

Ist es aufgestaute Wut, brutale Machtausübung, menschenverachtendes Videomaterial oder sind es psychische Störungen und Erkrankungen wie Schizophrenie, krankhafter Narzissmus? Die Gründe sind komplex und es sind immer individuelle Lebensgeschichten, die es aufzuarbeiten und zu ergründen gilt.

Aufgestaute Wut:

Wenn wir Enttäuschungen, Ängste, Eifersucht, Neid nicht rechtzeitig verarbeiten, sondern sie in uns aufstauen, zuweilen über Jahre hinweg, erhöht sich der innere Druck solange, bis wir dem Stress nicht mehr gewachsen sind. In diesem Zustand wird das Reptiliengehirn mit seinen niedrigen, tierischen Instinkten aktiv. Der körperliche Zustand verändert sich: Blut fließt in die großen Muskelgruppen zur Vorbereitung auf den Überlebensmechanismus „Flucht, Kampf, Schockstarre”. In dieser Extremsituation steigt der Adrenalinspiegel, der Herzschlag erhöht sich, der Blutdruck steigt. Wir atmen schneller und unsere Muskeln sind zu außerordentlichen Leistungen bereit. Der ganze ganze Körper ist auf Aktion ausgerichtet und verabreicht uns hohe Dosen von Stresshormonen. In diesem Tunnel gefangen, kommt es zu blinden, kopflosen, oft gefährlichen Handlungen.

 

Ellen M. Zitzmann, Vorsitzende, Power for Peace München

Die schlechte Nachricht über Gefühle und Emotionen!

Wenn sich Ärger ,Wut, Eifersucht oder Neid aufstauen, dann werden sich diese Gefühle und Emotionen eines Tages sehr negativ auswirken.

Ärger ist ein Gefühl von starkem Unwohlsein, das durch Verletzungen und Provokationen von anderen verursacht wird. Ärger zeigt sich besonders extrem, wenn wir von Familienmitgliedern, engen Freunden oder uns nahestehenden Menschen verletzt und missachtet werden.

Hinter Ärger verbirgt sich häufig ein Gefühl der Rache.

Wut und Ärger sind sekundäre Emotionen. Sie treten auf, weil sie von einem vorausgegangenen Gefühl oder einer anderen Emotion wie Angst, Traurigkeit oder Enttäuschung verursacht sind. Wut und Ärger nehmen im Verlauf zu!

Es werden vier Ärger- und Wutstufen unterschieden:

1. Niedrig: Menschen sind irritiert, genervt, betroffen!

2. Gemäßigt: Verärgert, auf die Palme gebracht, aufgeregt!

3. Hoch: Gewalttätig, aufgebracht, fuchsteufelswild!

4. Äußerst hoch: Rasend, wahnsinnig, gefährlich, mörderisch.

Diskutieren Sie mit uns, Ihrer Familie und Freunden über Ihre derzeitige Ärger- bzw. Wutstufe, wie Sie sich fühlen und was Sie unternehmen, damit sich Ihre Wut nicht verschlimmert?

Morgen erfahren Sie etwas zum Thema „Frusttopf”.

 

Ellen M. Zitzmann, Vorsitzende Power for Peace

“Wenn Du jetzt nicht sofort den Mund hältst, dann werde’ ich ihn dir stopfen!”

“Vergiss deine Wünsche. Die kannst du dir sowieso nie erfüllen.”

“Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!”

Freundlich, friedlich und tolerant miteinander kommunizieren hört sich in der Theorie immer super an. Tatsächlich schreien wir andere oft an, wir kämpfen mit ihnen, beschimpfen, beleidigen, schikanieren oder sprechen hinter ihrem Rücken über sie.

Was für Erfahrungen hast du gemacht?
Was kannst du für ein besseres Miteinander tun?

Schreibe uns deine Erfahrungen und tausche dich mit anderen aus.

Informationen!
Dein Mentor hilft dir dabei, besser zu kommunizieren.