Willkommen auf » Lehrer und Mentoren

„ Der eine schimpft, der andere schreit: zum Nachdenken noch nicht bereit. Man tritt und schlägt, fragt nicht warum. Grundprinzipiell ist man nicht dumm. Doch immer ist der andere Schuld. Sich selbst zu sehen, dafür ist keine Geduld! Ob Rassisten oder nicht: Gewalt ist immer ziemlich schlicht. Schlägt man im Zorn, das ist einfach primitiv.

Nutz deinen Kopf und du wirst sehen, ohne Gewalt kann es weitergehen. Durch Prügel schließt sich der Kreis: Du mich – ich dich – wir uns.

Sag einfach STOP, sag Friede, Mann! Ein jeder lebt so wie er kann. Du bist du, das ist okay. Ich bin ich und „this is my way!”

Jörg Hänicke, München

 


In den letzten Jahren sind Bewegungen entstanden, die das Prinzip der Langsamkeit verfolgen. Diese schaffen Zeitoasen und steigern unsere Leistungsfähigkeit wie zum Beispiel:ohne-titel264

SLOW-Food: Essen mit Genuss, mit besten, saisonalen Zutaten und einer liebevollen Zubereitung.

SLOW-Sport: Dosierter Sport, also z. B. langsames, entspanntes Joggen oder Wandern, versorgt den Körper mit Sauerstoff und baut energievernichtende Stresshormone ab.

SLOW-Travel: „Langsames Reisen” bedeutet, dass man mehrere Tage am gleichen Ort verbringt, um entspannt Bekanntschaft mit Land und Leuten zu machen.

SLOW-Gardening: Liebe zum eigenen Garten, zur Natur entwickeln. Dabei die Pflanzen vom Samen bis zur Blüte betreuen und das Gras wachsen zu sehen.

Welche SLOW-Bewegungen unternehmen Sie?

Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.

Afrikanisches Sprichwort

In einer hektischer werdenden Welt ist es wichtig, Termine und Aktivitäten beherrschen zu lernen, bevor sie uns beherrschen. Allein der Satz: „Ich habe keine Zeit” vermittelt die Botschaft, dass es um das Zeitmanagement unserer wertvollen Lebenszeit schlecht bestellt ist: Auf Dauer ein Gefühl, das Angst und damit Stress verursacht.

Für kontinuierliche Leistungen sind Pausen das A und O und diese werden leider häufig vergessen: Man isst am Schreibtisch, denkt beim Frühstück über kommende Termine nach, liest in der U-Bahn wichtige Dokumente, tippt wie wild in die Computer- und Handytastatur etc.

Überaktivität ist einer der größten Zeit- und Lebensenergiekiller. Stress und Müdigkeit resultieren häufig aus einem fehlenden oder abhanden gekommenen Überblick der eigenen (Zeit-)Planung. Körper und Geist brauchen mehrmals täglich Ruhepausen, um danach wieder funktionieren zu können.

Nehmen Sie sich fürs Planen also Zeit:

  • Tragen Sie Ihre Pausen in Ihren Kalender ein.
  • Räumen Sie Ihren Arbeitsplatz auf. Hohe Papierstapel vermitteln dem Unterbewusstsein: Hier steckt eine gewaltige Menge Arbeit. Also weg damit.
  • Schieben Sie ungelöste Probleme nicht auf die lange Bank. Sie verursachen Stress. Konzentrieren Sie sich auf den ersten Schritt, wenn Sie den erledigt haben, ist der Berg schon kleiner.
  • Scheuen Sie sohne-titel20ich nicht, um Hilfe zu bitten. Schließlich ist niemand perfekt.
  • Überprüfen Sie Ihre Ziele: Sind sie immer noch realistisch oder kosten sie mittlerweile zu viel Energie, Geld oder Zeit?
  • Versuchen Sie, angefangene Aufgaben zu Ende zu bringen. Ist eine Unterbrechung nicht zu verhindern, notieren Sie sich den letzten Gedankengang, damit Sie den Faden später wieder leichter aufnehmen können.
  • Fassen Sie gleichartige Arbeiten zu Blöcken zusammen, also E-Mails in einem Rutsch beantworten, mehrere Briefe hintereinander schreiben.

sagt ein afrikanisches Sprichwort.

Während des 100-stündigen Trainings CHANGE!, das von März bis Juni 2009, an der JVA Laufen-Lebenau stattgefunden hat, hat jeder einzelne jugendliche Teilnehmer die Einsicht gewonnen, dass, wenn sich negative Verhaltensweisen nicht verändern, sich das Leben auch nicht verbessert. 

In den vielen Stunden haben wir alle erfahren, dass Sucht, egal welche, und Gewalt Sackgassen in unserem Leben sind, aus denen wir nur herauskommen, wenn wir die Kraft und den Mut aufbringen, innezuhalten, nachzudenken und einen anderen Weg einzuschlagen. Klar, dass das keine einfache Aufgabe ist und wir werden sicher auch Rückschläge einstecken müssen, aber wir wissen auch, dass auch der längste Weg mit kleinen Schritten anfängt und mit jedem Erfolg, den wir uns erarbeiten, wächst unser Selbstvertrauen, weiterzugehen und einen neuen Anfang zu wagen.

In den 4 Change!-Trainings und den Arbeitsgruppen haben wir nicht nur eine Menge gelernt, sondern sind auch zu einer tollen Gruppe und Gemeinschaft zusammengewachsen.

Die Gruppe ging im letzten gemeinsamen Kurs am 21. Juni in einer Abschiedsstimmung aus Wehmut, aber auch mit Zuversicht und festem Willen, in ein neues Leben aufzubrechen, auseinander.

 

Clemens Abert, Berufsschullehrer und leitender Trainer

Die erste Liebe macht (fast) wahnsinng. Man fühlt sich wie kurz vor einer Explosion:

Du schläfst weniger!
Du gibst mehr Geld aus!
Du bist voller Energie!
Du siehst alles durch eine rosarote Brille!

Im ersten Moment wirst du getragen –
im nächsten Moment verlierst du den Boden unter den Füßen!
Die Noten verschlechtern sich.

Manche vernachlässigen ihre Hobbys.

Manche feiern rund um die Uhr …

Ängste und Sorgen von Eltern sind:

  • Hoffentlich ist es nicht zu früh.
  • Hoffentlich steckt sich mein Kind nicht mit einer schlimmen Geschlechtskrankheit an.
  • Hoffentlich wird unsere Tochter nicht zu früh schwanger.
  • Hoffentlich zeugt unser Sohn nicht zu früh ein Kind.
  • Hoffentlich ist unser Kind nicht homosexuell.

Merk dir!

Verliebtsein kann der Beginn einer großen Liebe und langjährigen Partnerschaft sein. Das Gefühl kann sich aber auch wieder auflösen.

Manche Liebesbeziehungen halten ein Leben lang, andere wiederum einige Jahre, manche dauern ein paar Wochen, andere eine Nacht. Manche Paare sagen, dass Freundschaft mehr zählt als Leidenschaft und Sex. Andere können sich eine Liebesbeziehung ohne Leidenschaft und Sex nicht vorstellen.

Für eine gute Beziehung ist es zunächst einmal wichtig, die richtige Partnerin/den richtigen Partner zu finden. Deshalb ist es auch notwendig – wie Prof. Dr. Friedrich sagt – zu experimentieren, also Erfahrungen mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern zu machen.

 

„Total verknallt war ich das erste Mal mit 14. Da habe ich Tim getroffen. Er war 15. Ein süßer Typ. Ich war wie elektrisiert, wenn er mir nahe kam. Ich spürte, dass es toll sein könnte, wenn er mich küsst oder berührt. In meinem Kopf drehten sich nur noch alle Gedanken um ihn. Aber ich war auch voll von Zweifeln: Wie findet er mich? Verhalte ich mich richtig? Lache ich zu laut? Jedes Mal, wenn ich Tim traf, fuhr mein Magen Achterbahn und meine Zunge war wie gelähmt.”
Steffi, 14 Jahre

Mehmet, 14 Jahre schreibt:
„Es ist für einen Moslem eine Sünde, vor der Ehe Sex zu haben – aber ich bin auf den Geschmack gekommen!”

Jasmin, 16 Jahre:
„Liebe ist für mich ein sehr starkes Gefühl, zum Leben so notwendig wie Luft und Wasser. Ein Gefühl ohne Bedingungen, ohne Wenn und Aber!”

„Ich rede nicht von meiner Freundin, sondern von meiner Frau. Wenn ich nach Hause komme, dann hat sie gekocht, den Tisch aufgeräumt und Kaffee gemacht.”
Aladin, 15 Jahre

Diskutiert über diese Fragen:
Wie erging es dir mit deiner ersten Liebe?
Hast du mit deinen Eltern darüber gesprochen?

Diskutiert mit uns über Liebe und Partnerschaft.

Neben der Berufswahl triffst du mit der Partnerschaftswahl eine der wichtigsten Entscheidungen in deinem Leben. Du legst damit den Grundstein für eine konkrete Liebesbeziehung. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Zweisamkeit, Treue und der behutsame Umgang mit der Partnerin/dem Partner für Jugendliche und junge Heranwachsende zu einer guten Partnerschaft gehören.

Eine Beziehung muss nicht notwendigerweise besser sein, wenn sie länger geht. Aber eine gute, harmonische Beziehung dauert meist länger als eine schlechte und problematische Beziehung.

Diskutiert über diese Fragen:
Würdest du deine Traumfrau/deinen Traummann heiraten? Begründe.

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ICH-Sätze eignen sich gut dazu, schwierige Sachverhalte verantwortungsvoll und tolerant zu formulieren.

ICH-Sätze bestehen aus drei Teilen:

Teil 1: Beschreibung des Verhalten:
Ich bin traurig, …

Teil 2: Beschreibung des Gefühls, dass das Verhalten von anderen auslöst:
wenn du nicht mit mir sprichst,

Teil 3: Wirkung des Verhaltens vom anderen auf dich.
weil ich dann nicht weiß, was los ist.

 

Unsere Kommunikation, also wie wir miteinander sprechen und uns verhalten, ist nie ganz frei von Angriffssätzen und Gewalt. Es macht keinen Sinn, dies zu leugnen und zu beschönigen.

Wenn sich Ängste und Ärger aufgestaut haben, musst du auf deine Worte ganz besonders achtgeben. Achte auch darauf, wann und wie du deine Sätze gegenüber anderen äußerst.

Mex Power

„Wenn man einen Zustand der inneren Freiheit von den Emotionen erreicht, so heißt das nicht, dass man apathisch oder gefühllos wird oder die Welt deswegen ihre Farbigkeit verliert. Statt ständig zum Spielball negativer Gedanken, Launen und unseres Temperaments zu werden, sind wir dann einfach zu Meistern geworden.”

Matthieu Ricard

„Die Weisheit des Buddhismus Tag für Tag”, Danielle und Olivier Föllmi, Knesebeck

CHANGE Logo

„Verändern macht Mut

Verändern gibt Kraft

und ich hoffe, dass es jeder von euch schafft.

Schließlich willst du im Knast nicht ewig bleiben, also glaub an deine Zukunft und an deine Fähigkeiten.

Wir denken, ihr könnt es alle schaffen,

ohne Gewalt, sondern mit Worten als konstruktive Waffen.

Denn von dem Thema ist jeder betroffen.

Ref.: Verändern tut gut. Verändern gibt Kraft …

Sei taktvoll im Umgang mit deinen Mitmenschen

hilf den anderen, jeder muss ein bißchen mitdenken.

Benutze dein Hirn und denke öfters einmal nach,

für ihn war’s eine Beleidigung und für dich war es Spaß.

Lass dich nicht reizen und nicht provozieren,

dann stehst du am Ende als Gewinner da und der andere wird verlieren.

Zu viel Stress geht einem auch an die Gesundheit,

deshalb hoffen wir, dass ihr gesund bleibt.

Doch lass es nicht soweit kommen. Verändere dein Verhalten und du wirst den Dank der anderen erhalten.

Zeige Respekt und löse deine Konflikt sobald wie möglich,

denn Streit und Ärger sind einfach unnötig.

Ref.: Verändern tut gut, Verändern gibt Kraft …

Lächle über das Leben, dann lächelt es zurück. Du musst dich nur verändern und das geht Schritt für Schritt.”

Text: Armend Ahmetaj, Valdrin Krasniqi

Interpreten: Jugendliche Teilnehmer am CHANGE Programm an der JVA Laufen-Lebenau (Bayern), 14.12.2008

Produktion: Tezcan Yasamak, München

(c) Power for Peace e. V. München, 2008

Sucht kann entstehen, wenn wir in Ersatzmittel flüchten, statt unsere Probleme zu lösen!

Die Treppe zur Sucht:

Die Treppe der Sucht

Aus „Ich gehe meinen Weg – mit Kraft und Mut verändern”, CHANGE Arbeitsbuch 4, PfP, München 2009