
„Wenn man einen Zustand der inneren Freiheit von den Emotionen erreicht, so heißt das nicht, dass man apathisch oder gefühllos wird oder die Welt deswegen ihre Farbigkeit verliert. Statt ständig zum Spielball negativer Gedanken, Launen und unseres Temperaments zu werden, sind wir dann einfach zu Meistern geworden.”
Matthieu Ricard
„Die Weisheit des Buddhismus Tag für Tag”, Danielle und Olivier Föllmi, Knesebeck
Artikel vom 11.und 12.3.09 / Teil 3
Was macht einen Menschen zum Gewalttäter, gar zum Massenmörder?
Diese Frage geht derzeit rund um den Globus. Experten benennen zwar bestimmte Risikofaktoren, die einem Amoklauf vorausgehen, geben jedoch gleichzeitig an, dass ein Amoklauf nicht vorauszusagen sei und sie noch lange keinen Gewalttäter ausmachen.
Es sind Risikofaktoren wie
- psychische Erkrankungen (zwischen 2-4 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Depressionen, damit verbunden unter Empfindungsverlust und Schwermütigkeit),
- Schikanen, Demütigungen über einen langen Zeitraum (sprich: Mobbing),
- Vereinsamung, Isolation, Rückzug, Einzelgängertum und
- vorausgegangene versteckte, gleichwohl konkrete Hinweise auf eine Selbsttötung.
Warum vereinsamt ein Mensch, warum zieht sich ein Mensch aus seiner realen Welt zurück?
Weil er vielleicht misshandelt, missbraucht worden ist? Weil er vielleicht emotional vernachlässigt worden ist? … und weil er dadurch vielleicht seine Dialog- und Beziehungsfähigkeit und sein Einfühlungsvermögen verloren hat …
Was macht es darüber hinaus so schwer, eine gewalttätige Tat vorauszukalkulieren?
Nachdem sich ein schrecklicher Vorfall ereignet hat, wird die Handlung rekonstruiert:
- Was war der Plan?
- Welche Motivation(en) lagen der Handlung zugrunde?
- Welche Gründe gab es für die Tat?
- Welche Reaktionen gingen den Gründen voraus?
- Welche Probleme hatte der Täter / die Täterin?
Sicherheitsbehörden, Analysten, Experten reagieren. Ein interdisziplinäres Krisenmanagement wird aktiv, zuweilen hyper-aktiv!
Beim Vorauskalkulieren einer möglichen Tat, gibt es hingegen keinen Vorfall, kein kritisches Ereignis. Es gibt Vermutungen, Anhaltspunkte, Risikofaktoren, Verhaltensauffälligkeiten … und es gibt die Möglichkeit, gefährdete Menschen zu erkennen, sich ihnen zuzuwenden, sie zu unterstützen und sie aufzumuntern – vorausgesetzt Frau / Mann besitzt die notwendige Sensibilität, Kraft und eine Menge Zivilcourage, auf diese Menschen zuzugehen, sie nicht auszugrenzen, mit ihnen ins Gespräch (keinen oberflächlichen Smalltalk) zu kommen und zu ihnen Beziehung aufzubauen.
Ich setze mich seit Jahren für die Prävention ein und seit Jahren setze ich mich mit gefährdeten Jugendlichen, vor allem mit Jungen und jungen Männern auseinander, erfahre etwas aus ihrem Leben, ihren Verletzungen, ihren Träumen, ihren Ängsten, ihren Talenten, ihren Fähigkeiten.
Sie öffnen sich mir, weil ich mich ihnen öffne!
Sie sprechen mit mir, weil ich mit ihnen spreche!
Sie hören mir zu, weil ich ihnen zuhöre und mir alles anhöre, auch das, was mitunter schwer zu ertragen ist!
Nur so, lassen sich emotionale Probleme aufarbeiten, die eine mögliche extreme Handlung verursachen können.
Prävention ist ein mühevoller Weg, doch Prävention ist ein menschlicher Weg und er ist, für mich, der einzig richtige Weg!
Ellen M. Zitzmann, Vorsitzende, Power for Peace e.V. München
Artikel vom 11.3.2009, Teil 2
Das Wort „AMOK” kommt von malaischmeng-àmok und bedeutet, in blinder Wut angreifen und töten. Es ist ein Zustand heftiger, rasender und wütender Gemütserregung mit Panik und aggressiver Angriffs- und Mordlust.
Amok laufen heißt, in einem Zustand krankhafter Verwirrung mordend umherlaufen. Es gibt Amokfahrer, Amokläufer und Amokschützen.
Ist es aufgestaute Wut, brutale Machtausübung, menschenverachtendes Videomaterial oder sind es psychische Störungen und Erkrankungen wie Schizophrenie, krankhafter Narzissmus? Die Gründe sind komplex und es sind immer individuelle Lebensgeschichten, die es aufzuarbeiten und zu ergründen gilt.
Aufgestaute Wut:
Wenn wir Enttäuschungen, Ängste, Eifersucht, Neid nicht rechtzeitig verarbeiten, sondern sie in uns aufstauen, zuweilen über Jahre hinweg, erhöht sich der innere Druck solange, bis wir dem Stress nicht mehr gewachsen sind. In diesem Zustand wird das Reptiliengehirn mit seinen niedrigen, tierischen Instinkten aktiv. Der körperliche Zustand verändert sich: Blut fließt in die großen Muskelgruppen zur Vorbereitung auf den Überlebensmechanismus „Flucht, Kampf, Schockstarre”. In dieser Extremsituation steigt der Adrenalinspiegel, der Herzschlag erhöht sich, der Blutdruck steigt. Wir atmen schneller und unsere Muskeln sind zu außerordentlichen Leistungen bereit. Der ganze ganze Körper ist auf Aktion ausgerichtet und verabreicht uns hohe Dosen von Stresshormonen. In diesem Tunnel gefangen, kommt es zu blinden, kopflosen, oft gefährlichen Handlungen.
Ellen M. Zitzmann, Vorsitzende, Power for Peace München
Die schlechte Nachricht über Gefühle und Emotionen!
Wenn sich Ärger ,Wut, Eifersucht oder Neid aufstauen, dann werden sich diese Gefühle und Emotionen eines Tages sehr negativ auswirken.
Ärger ist ein Gefühl von starkem Unwohlsein, das durch Verletzungen und Provokationen von anderen verursacht wird. Ärger zeigt sich besonders extrem, wenn wir von Familienmitgliedern, engen Freunden oder uns nahestehenden Menschen verletzt und missachtet werden.
Hinter Ärger verbirgt sich häufig ein Gefühl der Rache.
Wut und Ärger sind sekundäre Emotionen. Sie treten auf, weil sie von einem vorausgegangenen Gefühl oder einer anderen Emotion wie Angst, Traurigkeit oder Enttäuschung verursacht sind. Wut und Ärger nehmen im Verlauf zu!
Es werden vier Ärger- und Wutstufen unterschieden:
1. Niedrig: Menschen sind irritiert, genervt, betroffen!
2. Gemäßigt: Verärgert, auf die Palme gebracht, aufgeregt!
3. Hoch: Gewalttätig, aufgebracht, fuchsteufelswild!
4. Äußerst hoch: Rasend, wahnsinnig, gefährlich, mörderisch.
Diskutieren Sie mit uns, Ihrer Familie und Freunden über Ihre derzeitige Ärger- bzw. Wutstufe, wie Sie sich fühlen und was Sie unternehmen, damit sich Ihre Wut nicht verschlimmert?
Morgen erfahren Sie etwas zum Thema „Frusttopf”.
Ellen M. Zitzmann, Vorsitzende Power for Peace
zum Teil 1 der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck
zum Teil 2 der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck
zum Teil 1 der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck
Klingenbeck, von Recklinghausen und Haberl, wurden wegen landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Schwarzsendens als einzige zum Tode verurteilt. Die anderen Komplizen erhielten Gefängnisstrafen. In der Begründung für die Todesurteile hieß es, die Aktivitäten der Angeklagten hätten dazu beigetragen, „die innere Front zu lähmen“. „Wer in der Notzeit des Krieges in dieser verbrecherischen Weise seinem Volk in den Rücken fällt, ist ein Verräter und hat keinen Platz mehr in der deutschen Volksgemeinschaft.“
Elf Monate verbrachten die drei Todeskandidaten im Gefängnis München-Stadelheim. Am 2. August 1943 waren Daniel von Recklinghausen und Hans Haberl zu acht Jahren Zuchthaus begnadigt worden.
Walter Klingenbeck wurde hingegen drei Tage später, am 5. August 1943 um 17 Uhr hingerichtet. Er ging sehr gefaßt in den Tod, mit dem er wohl schon nach seiner Festnahme gerechnet hatte. Davon zeugen auch die Abschiedsbriefe an seine Freunde. An Hans Haberl schrieb er: „Lieber Johnny! Vorhin habe ich von deiner Begnadigung erfahren. Gratuliere. Mein Gesuch ist allerdings abgelehnt. Ergo geht’s dahin. Nimm’s net tragisch. Du bist ja durch. Das ist schon viel wert. Ich habe soeben die Sakramente empfangen und bin jetzt ganz gefaßt. Wenn du etwas für mich tun willst, bete ein paar Vaterunser. Lebe wohl. Walter.“ In einem weiteren, ähnlich gehaltenen Brief an seinen Freund Max Müller schrieb er: „Ich weiß, wofür ich mein Leben lasse.“
Klingenbecks Gefährten blieben bis zum Kriegsende in Haft. Hans Haberl ließ die Radioleidenschaft auch dort nicht los. Es gelang ihm mit eingeschmuggelten Materialien 1944 einen Kleinstempfänger vor der Größe einer Streichholzschachtel zu bauen. Auf diese Weise durchbrach er für sich und seine Mitgefangenen die Isolation von der Außenwelt.
Die Verhandlung gegen Klingenbeck und seine Mitangeklagten der Vizepräsident des Volksgerichtshofs, Karl Engert, geleitet. Er war ein fanatischer Nationalsozialist der ersten Stunde. 1933 begann sein Aufstieg mit der Berufung als Ministerialrat ins bayerische Justizministerium. Zum Volksgerichtshof kam er 1936. 1938 wurde er dessen Vizepräsident. 1942 stieg er zum Ministerialdirektor im Reichsjustizministerium auf. Nach seiner Auffassung mussten Ankläger und Richter am Volksgerichtshof „in erster Linie Politiker und dann erst Richter“ sein. So hatte der Vater von zwei Töchtern gemäß seiner Devise: „Heil dem Führer“, keine Hemmungen, auch Jugendliche in den Tod zu schicken.
(aus „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 1998“, Bezirksausschuss Maxvorstadt: Jürgen Zarusky „… nur eine Wachstumskrankheit?“, Jugendwiderstand in Hamburg und München. Dachauer Blätter 1991, S. 210-229.)
In dem Rollenspiel „Verrückte Krieger” spielen Strafgefangene eine reale Konfliktsituation nach. Mit vertauschten Rollen führen sie einen Mobbing-Vorfall in einem Anti-Gewalt-Training auf, rekonstruieren den Konfliktverlauf und besprechen konstruktive Konfliktlösungen. Der Autor berichtet anschließend über seine Rolle in diesem Konflikt und welche Maßnahmen ihm geholfen haben, den Konflikt zum Guten zu bewältigen.
Autor und Regisseur: Alexander Rohde
(c) Power for Peace e. V. München, 2009
Podcast: Download (duration: 20:03 — 18.4MB)
zum Teil 1 der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck
zum Teil 2 der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck
Dass ihr Unterfangen gefährlich war, war den Jugendlichen bewusst. Klingenbeck erzählte seinen Freunden, er sei bereit, bei einer eventuellen Festnahme Gestapobeamte „umzulegen“. Zu diesem Zwecke wollte er sein Zimmer mit einer Starkstromleitung sichern.
Doch Walter hatte offenbar falsche Vorstellungen darüber, woher die Gefahr drohte. Der Geschäftsführerin Clara Dietmayer, bei der er aushilfsweise arbeitete, erklärte Walter gegenüber und während einer Radioübertragung von Hitlers Rede zur Eröffnung des Winterhilfswerks: „Der soll sein Maul nicht so voll nehmen und lieber an seinen siegreichen Rückzug denken.“ Dabei waren noch weitere Personen anwesend. Besonders leichtsinnig aber war, dass Klingenbeck einem Freund von Clara D. erzählte, er habe vor der SS-Kaserne in München-Freimann ein „V“ angemalt und am nächsten Morgen zugesehen, wie es wieder weggewaschen worden sei. Clara D. wurde von ihrem Freund daraufhin unterrichtet. Sie denunzierte Walter Klingenbeck bei der Gestapo. Walter Klingenbeck wurde am 26. Januar 1942 festgenommen.
Bei der Durchsuchung von Walters Wohnung wurden Radiobauteile gefunden, die ihn in den Verdacht des Schwarzsendens brachten. Klingenbeck versuchte sich zunächst darauf hinauszureden, er habe die V-Zeichen als Symbole für den deutschen Sieg gemeint. Der vernehmende Kriminalkommissar, Krüger, glaubte ihm jedoch nicht, zumal er auch aus seiner katholischen Einstellung keinen Hehl machte. Die Gestapo nahm schließlich auch Daniel von Recklinghausen, Hans Haberl und andere Bekannte fest.
Die Ermittlungen dauerten etwas mehr als zwei Wochen. Bis ihr Prozess stattfand, waren die Jugendlichen jedoch fast acht Monate lang in Untersuchungshaft im Münchner Gefängnis am Neudeck, wo Klingenbeck und sein Freund ihren 18. Geburtstag erlebten. Klingenbeck nahm die ganze Verantwortung auf sich und hatte auch Gelegenheit, seine Kameraden entsprechend zu informieren.
Am 24. September 1942 verhandelte der zweite Senat des Volksgerichtshofes in München über den Fall Klingenbeck und andere. Die Verhandlung dauerte einen Tag. Die Angeklagten wurden angebrüllt und als Lausbuben und Rotzjungen beschimpft.
Klingenbecks Freunde hatte den damaligen „Staranwalt“ Dr. Lorenz Roder als Verteidiger, der 1924 Hitler in seinem Hochverratsprozess wegen des Putschversuches vom 9. November 1923 verteidigt hatte.
Ihn hatten die Eltern von Daniel von Recklinghausen gewinnen können. Roder hatte allerdings zu kämpfen. Sein enthusiastischer Appell: „Das Reich ist groß und mächtig. Es kann auch Gerechtigkeit üben und sollte die kleinen Leute nur gering bestrafen“, machte auf die Richter wenig Eindruck.
Der 4. und letzte Teil erscheint am 03.03.2009
zum Teil 1 der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck
Walter genügte jedoch das Abhören und Weitererzählen der Meldungen bald nicht mehr. Den Anstoß zu einer ersten eigenständigen Aktion bekam er durch die von BBC initiierte „V-Kampagne“. Die Aktion forderte ab Januar 1941 alle Zuhörerinnen und Zuhörer auf, wo immer möglich, den Buchstaben „V“ anzubringen. „V“ stand für „Vicoire“ oder „Victory“ und was als Zeichen der Siegesgewißheit des Westalliierten gedacht.
Die Aktion hatte ein beachtliches Echo und das NS-Regime versuchte, das Symbol für sich zu gewinnen, was missglückte. Walter Klingenbeck hingegen überlegte sich eine eigene Aktion. Zusammen mit seinen Freunden machte er sich an einem Samstagabend auf den Weg in den vornehmen Münchner Stadtteil Bogenhausen. Dort brachte er an mehreren Stellen mit Pinsel und Lackfarbe V-Zeichen an, während Daniel und Hans Wache standen. Sehr wahrscheinlich war dies nicht die einzige derartige Aktion der beiden.
Walter hatte aber noch andere Pläne, die jedoch nicht verwirklicht worden sind. wollte Flugblätter mit dem Motto „Hitler kann den Krieg nie gewinnen, er kann ihn nur verlängern“, produzieren und verbreiten. In einer weiteren Flugschrift wollte er das Gerücht verbreiten, Goebbels hätte die Tänzerin La Jana in den Selbstmord getrieben. Sie wollten diese Schriften von einem ferngelenkten Modellflugzeug abwerfen.
Weiter gedieh hingegen ein Vorhaben, dass mit der technischen Leidenschaft von Walter und seinen Freunden eng verknüpft war. Klingenbeck richtete einen eigenen Schwarzsender ein, in dem die abgehörten Meldungen von ausländischen Sendern weiterverbreitet werden sollten. Geplant waren auch Sendungen in französischer und italienischer Sprache. Der Sender sollte „Rotterdam“ heißen.
Gemeinsam machten sie in der zweiten Jahreshälfte 1941 diverse Sendeversuche.
Teil 3 der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck erscheint am 26.02.2009
Walter Klingenbeck wurde am 30. März 1924 in München als Sohn eines Straßenbahnschaffners geboren. Walter gehörte in der Pfarrgemeinde Sankt Ludwig der katholischen Jungschar an, in der die 10-14Jährigen organisiert waren. Auf Druck der Reichsjugendführer wurde Klingenbecks Jungschargruppe aufgelöst und dem Jungvolk der Hitlerjugend eingegliedert.
Für Walter war dies ein Schlüsselerlebnis und er ließ sich nicht beirren, weiterhin die im Dritten Reich verbotenen ausländischen Sender anzuhören. Neben Radio Vatikan entdeckte Klingenbeck auch noch die Sendungen des deutschen Dienstes der BBC.
Das Radio war für Walter Klingenbeck nicht nur die Möglichkeit, das Informationsmonopol des NS-Staates zu unterlaufen, ihn faszinierte auch das technische Medium des Rundfunks. Im kleinbürgerlichen, streng katholischen Milieu wuchs Walter Klingenbeck heran. Er begann eine Mechanikerlehre bei der Firma Rohde und Schwarz wo er seine späteren Freunde und Weggefährten, Daniel von Recklinghausen und Hans Haberl, kennenlernte.
Ungefähr seit dem Frühjahr 1941 begann Klingenbeck, Haberl von den abgehörten Sendungen zu erzählen. „Klingenbeck vertrat dabei in Übereinstimmung mit der feindlichen Kriegspropaganda den Standpunkt, dass Deutschland den Krieg verlieren wird, und der Sieg der Feindmächte zu einer Besserung der Verhältnisse im Reich führen werde, da sich der Krieg nicht gegen das deutsche Volk, sondern nur gegen seine Führung richte“, wie es später in der Anklageschrift zu lesen war.
Walter lud schließlich seine Freunde zu sich nach Hause ein, um mit ihnen gemeinsam die verbotenen ausländischen Sender abzuhören. Hans Haberl hatte daraufhin auf eigene Faust begonnen, „Feindsender“ abzuhören.
Der nächste Teil der Lebensgeschichte von Walter Klingenbeck erscheint am 19.02.2009
Ausländerfeindlichkeit nimmt ab, Chauvinismus nimmt zu (SZ v. 27.11.2008, Nr. 276, S. 5). Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sind offensichtlich Spitzenreiter in Sachen Chauvinismus, so jedenfalls eine neue Studie der Universität Leipzig.
Was bedeutet nun Chauvinismus? “Wir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben” oder “das oberste Ziel der deutschen Politik sollte es sein, Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht”. Diesen Fragen stimmten z. B. in Bayern 30,4 Prozent der Befragten, laut Studie, ohne Einschränkung zu.
Die Unschärfe der Fragen kann allerdings zu Missverständnissen führen, weil gerade in Bayern ein ausgeprägtes Heimatgefühl eine Rolle spielt, das nicht zur Kategorie “Chauvinismus” passt.
Auch in Sachen “Ausländerfeindlichkeit” liegen Bayern und Mecklenburg-V scheinbar an der Spitze.
Wer allerdings die Sache differenzierter und der Lebenswirklichkeiten angepasst betrachtet, muss doch zugeben, dass diese Untersuchungen ziemlich theoretisch sind. Manche Mentalitäten vergraben ihre wahren Einstellungen im Herzen, andere tragen diese auf ihrer Zunge. Und das scheint mir gerade bei den “direkten und selbstbewussten” Bayern gegeben. Also, alle Untersuchungen eine Sache der verschiedenen Sichtweisen, oder?
Wer diskutiert mit zum Thema Fremdenfeindlichkeit und Chauvinismus?
Beste Grüße, Ellen M. Zitzmann



