Jugendliche berichten nach einem CHANGE! Training an der JVA Laufen-Lebenau:
Gruppenzusammenhalt kann gefährlich sein, …
… weil es auch sein kann, dass jemand auf dumme Gedanken kommt und die anderen Gruppenmitglieder nicht als Außenseiter da stehen wollen und dann einfach mitmachen,
… wenn du in der falschen Gruppe bist, dann ist es schlecht, wenn man alles zusammen macht,
… weil man eventuell auch Dummheiten mitmacht, um der Gruppe zu zeigen, dass man immer zur Gruppe hält,
… weil man durch den Gruppendruck keine eigene Meinung mehr hat,
… weil eine Gruppe sich entweder zum Guten oder zum Schlechten entwickeln kann,
… (…).
Diskutiert mit uns! Wir freuen uns auf eure Beiträge.
Deni Schneberger, Patrick Paul, Steven Klühspies, James Risdon, Waldemar Ring, Alen Coloviv
„Gruppen können lose sein, aber auch wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Der Zusammenhalt drückt sich in Solidarität (Gefühl der Zusammengehörigkeit) und Loyalität (Gefühl der Verpflichtung) der einzelnen Gruppenmitglieder aus.
Je höher der Gruppenzusammenhalt ist, desto stärker wird der Druck zur Übereinstimmung. Dann ist es schwierig, eine eigenständige Meinung zu äußern. Das kann sich bis zu Gruppenterror steigern.
Gruppen mit besonders hohem Zusammenhalt, die sich zudem noch für eine Elite halten, wie zum Beispiel ein Sportlerteam, unterliegen der Gefahr, dass eine einheitliche Meinung entsteht, ein „groupthink”. Das führt dazu, dass der Einzelne nichts mehr ohne seine Gruppe entscheidet.”
Manfred Sader, Psychologie der Gruppe, 1978
Ich saß im Frühstücksraum eines Hotels in Österreich, als ich über N-TV vom Tod von Michael Jackson erfahren habe. Die lapidare Schlagzeile „Michael Jackson ist tot” eroberte sofort meine volle Aufmerksamkeit. Von den Nachrichtenbildern und -kommentaren konnte ich mich nur schwer lösen. Den ganzen Tag und die halbe Nacht hindurch beschäftigte ich mich mit Michael Jackson: seinem Leben, seinem Erfolg, seinem Scheitern, seinem Lebenswerk, aber auch damit, warum er jetzt gerade, kurz vor der geplanten Mega-Tournee, gestorben ist. Am späten Abend saß ich wie hypnotisiert vor dem Fernsehapparat und vor seinem legendären Konzert in Bukarest, das 1992 in die Geschichte der Pop Musik einging. Zum Schluss düste Jacko über eine ihm zu jubelnde und kreischende Menschenmasse hinweg. Was für ein Abgang! Was für ein Bild an seinem Todestag!
Was ist das, was mich mit einem Mann verbindet, mit dem ich weder verwandt noch bekannt war? Ist es seine Musik, sein Körperausdruck, seine Genialität, sein Erfolg, sein Scheitern? Ist es seine Sensibilität, seine Verwundbarkeit, seine kindliche Wahrnehmung von der Welt, eben all das, was hinter seiner Maske zu erkennen war und was er zuweilen sehr mutig und öffentlich von sich preisgab? Oder sind es seine wirkungsvollen Zeichen gegen Rassismus und für Völkerverständigung und Frieden, die Michael Jackson lange vor Tiger Woods und Barack Obama weltweit und kulturenübergreifend setzte?
Auf der Suche nach der verlorenen Kindheit und auf der Suche nach (Vater-)Liebe, wie ich vermute, schaffte er sich ein künstliches Fundament auf einer Weltbühne, die ihm offensichtlich weder Stabilität noch inneren Frieden gab. Die Angst, die Verzweiflung und die Vereinsamung müssen in Jacko’s Innerem übermächtig geworden sein. Dazu der Druck vor seiner Come-Back-Tournee – nein, in seiner Haut hätte ich nicht stecken wollen.
Ist sein Tod im Wissen und im Nachhinein betrachtet, dass alle Beziehungs- und Liebesangelegenheiten, die nicht erfüllend verlaufen, das Herz nachhaltigend schädigen, also nur die natürliche Konsequenz jahrelanger persönlicher Frustrationen? Die Antwort darauf werden wir wohl nie erfahren.
Ein Leben lang war Michael Jackson für zwei Generationen da. Wer aber war für ihn da und wo waren seine wirklichen Freunde?Michael Jackson wollte auf seiner Tournee seine größten Hits präsentieren. Keiner vermag jetzt zu beurteilen, ob er dazu überhaupt noch psychisch und physisch in der Lage gewesen wäre. Was uns bleibt ist die Erinnerung an einen großen, legendären Ausnahmekünstler, der in uns weiterlebt. What a remarkable comeback and thank you, Michael!
Ich wünsche Michael Jackson, dass er jetzt an dem Ort angekommen ist, wonach er sein Leben lang gesucht hat. Und ich appelliere an alle Väter auf dieser Welt: lasst eure Söhne nicht im Stich, schenkt ihnen Liebe, Raum und Zeit, damit sie sich entwickeln und zu sich selbst finden können. Nur auf diesem Fundament finden Menschen ihren eigenen und erfüllenden Lebensfluss.
Flieg wohl, Jacko.
Ellen M. Zitzmann
Die erste Liebe macht (fast) wahnsinng. Man fühlt sich wie kurz vor einer Explosion:
Du schläfst weniger!
Du gibst mehr Geld aus!
Du bist voller Energie!
Du siehst alles durch eine rosarote Brille!
Im ersten Moment wirst du getragen –
im nächsten Moment verlierst du den Boden unter den Füßen!
Die Noten verschlechtern sich.
Manche vernachlässigen ihre Hobbys.
Manche feiern rund um die Uhr …
Ängste und Sorgen von Eltern sind:
- Hoffentlich ist es nicht zu früh.
- Hoffentlich steckt sich mein Kind nicht mit einer schlimmen Geschlechtskrankheit an.
- Hoffentlich wird unsere Tochter nicht zu früh schwanger.
- Hoffentlich zeugt unser Sohn nicht zu früh ein Kind.
- Hoffentlich ist unser Kind nicht homosexuell.
Merk dir!
Verliebtsein kann der Beginn einer großen Liebe und langjährigen Partnerschaft sein. Das Gefühl kann sich aber auch wieder auflösen.
Manche Liebesbeziehungen halten ein Leben lang, andere wiederum einige Jahre, manche dauern ein paar Wochen, andere eine Nacht. Manche Paare sagen, dass Freundschaft mehr zählt als Leidenschaft und Sex. Andere können sich eine Liebesbeziehung ohne Leidenschaft und Sex nicht vorstellen.
Für eine gute Beziehung ist es zunächst einmal wichtig, die richtige Partnerin/den richtigen Partner zu finden. Deshalb ist es auch notwendig – wie Prof. Dr. Friedrich sagt – zu experimentieren, also Erfahrungen mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern zu machen.

ICH-Sätze eignen sich gut dazu, schwierige Sachverhalte verantwortungsvoll und tolerant zu formulieren.
ICH-Sätze bestehen aus drei Teilen:
Teil 1: Beschreibung des Verhalten:
Ich bin traurig, …
Teil 2: Beschreibung des Gefühls, dass das Verhalten von anderen auslöst:
wenn du nicht mit mir sprichst,
Teil 3: Wirkung des Verhaltens vom anderen auf dich.
weil ich dann nicht weiß, was los ist.
Unsere Kommunikation, also wie wir miteinander sprechen und uns verhalten, ist nie ganz frei von Angriffssätzen und Gewalt. Es macht keinen Sinn, dies zu leugnen und zu beschönigen.
Wenn sich Ängste und Ärger aufgestaut haben, musst du auf deine Worte ganz besonders achtgeben. Achte auch darauf, wann und wie du deine Sätze gegenüber anderen äußerst.

„Wenn man einen Zustand der inneren Freiheit von den Emotionen erreicht, so heißt das nicht, dass man apathisch oder gefühllos wird oder die Welt deswegen ihre Farbigkeit verliert. Statt ständig zum Spielball negativer Gedanken, Launen und unseres Temperaments zu werden, sind wir dann einfach zu Meistern geworden.”
Matthieu Ricard
„Die Weisheit des Buddhismus Tag für Tag”, Danielle und Olivier Föllmi, Knesebeck

„Verändern macht Mut
Verändern gibt Kraft
und ich hoffe, dass es jeder von euch schafft.
Schließlich willst du im Knast nicht ewig bleiben, also glaub an deine Zukunft und an deine Fähigkeiten.
Wir denken, ihr könnt es alle schaffen,
ohne Gewalt, sondern mit Worten als konstruktive Waffen.
Denn von dem Thema ist jeder betroffen.
Ref.: Verändern tut gut. Verändern gibt Kraft …
Sei taktvoll im Umgang mit deinen Mitmenschen
hilf den anderen, jeder muss ein bißchen mitdenken.
Benutze dein Hirn und denke öfters einmal nach,
für ihn war’s eine Beleidigung und für dich war es Spaß.
Lass dich nicht reizen und nicht provozieren,
dann stehst du am Ende als Gewinner da und der andere wird verlieren.
Zu viel Stress geht einem auch an die Gesundheit,
deshalb hoffen wir, dass ihr gesund bleibt.
Doch lass es nicht soweit kommen. Verändere dein Verhalten und du wirst den Dank der anderen erhalten.
Zeige Respekt und löse deine Konflikt sobald wie möglich,
denn Streit und Ärger sind einfach unnötig.
Ref.: Verändern tut gut, Verändern gibt Kraft …
Lächle über das Leben, dann lächelt es zurück. Du musst dich nur verändern und das geht Schritt für Schritt.”
Text: Armend Ahmetaj, Valdrin Krasniqi
Interpreten: Jugendliche Teilnehmer am CHANGE Programm an der JVA Laufen-Lebenau (Bayern), 14.12.2008
Produktion: Tezcan Yasamak, München
(c) Power for Peace e. V. München, 2008
Podcast: Download (1.9MB)
Raffi, 18, erzählt offen über seine Verfehlungen und Straftaten als Computer-Hacker und wie er sich vorstellt, seine technischen Fähigkeiten für die Gesellschaft positiv einzubringen. Er reflektiert über sich und sein Bedürfnis sich zurückzuziehen, um in Ruhe über sich selbst und über seine Beziehungen nachzudenken.
Interview von Ellen M. Zitzmann mit einem jugendlichen Absolventen des CHANGE Programms an der JVA Laufen-Lebenau am 14.12.2008
(c) Power for Peace e. V. München, 2008
Podcast: Download (9.8MB)
In dem Interview mit dem 16-jährigen Kosovo-Albaner, Valdrin, werden Themen rund um Multi-Kulturalität und Vielfalt besprochen. Es werden Haltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen diskutiert und hinterfragt, die aktuelle Herausforderungen einer multi-kulturellen Gesellschaft aufzeigen und verdeutlichen.
Interview von Ellen M. Zitzmann mit einem jugendlichen Absolventen des CHANGE Programms an der JVA Laufen-Lebenau am 14.12.2008
(c) Power for Peace e. V. München, 2008
Podcast: Download (12.4MB)
Cliff, 18, berichtet aus seinem Leben, über seine Konflikte mit seinem Vater, seine zahlreichen Heim- und Pflegeunterbringungen. Er denkt über seine Entgleisungen unter Alkohol- und Drogeneinfluss nach, über Anti-Gewalt-Trainings, aber auch über die Psychiatrie und das Jugendamt. Wie er sich sein zukünftiges Leben vorstellt und seinem Kind ein guter Vater sein will, erfahren Sie in diesem Interview.
Interview von Ellen M. Zitzmann mit einem jugendlichen Absolventen des CHANGE Programms an der JVA Laufen-Lebenau am 14.12.2008
(c) Power for Peace e. V. München, 2008
Podcast: Download (10.1MB)



