Ich gehe meinen Weg – mit Kraft und Mut verändern! (5/7)
„Man kann einen Heroin-Entzug schwer beschreiben, aber ich fühlte mich, als würde ich sterben. Ich schwitzte und fixte gleichzeitig. Der Schweiß war eiskalt. Der Rücken schmerzte grauenvoll. Die Beine waren schwer wie Blei. Ich musste mich ständig übergeben.
Der Teufelskreis fing bei jedem Entzug wieder von vorne an. Dazu kam, dass ich ständig Stoff verkaufen musste, damit ich Stoff kaufen konnte. Christina konnte mich nicht davon abbringen. Sie fing an, meine Abhängigkeit zu tolerieren. Ich war scham-los. Spritzte Heroin direkt vor ihren Augen. Christina litt und ertrug meine Situation. Außerdem war ich viel, viel netter und lieber zu ihr, wenn ich auf Heroin war. Manchmal gab sie mir sogar Geld, damit ich mir Stoff kaufen konnte.
Ich ging wieder auf Entzug, bin nach zwei Tagen wieder abgehauen. Der Teufels-kreis begann erneut. Obwohl ich ein Junkie war, kleidete ich mich immer gut. Viele erkannten nicht, was mit mir los war. Irgendwann bin ich dann in ein Substitutions-programm gegangen. Ich bekam jeden Tag mein Methadon und später mein „Subu Tex.“ Doch ich verkaufte dieses Zeug, um an Heroin zu kommen. Meine Drogen- und Alkoholabhängigkeit machte mich aggressiv. In Discos war ich immer wieder in Schlägereien verwickelt. Ich machte eine Drogenlangzeittherapie. Dort wurde ich wegen weiteren Rückfällen und Schlägereien frühzeitig entlassen. Natürlich war ich sofort wieder auf Heroin.”
Aus „Ich gehe meinen Weg – mit Kraft und Mut verändern”, CHANGE Arbeitsbuch 4, PfP, München 2009



