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Vergessene Kinder (4/4)

Kinder aus Alkoholiker-Familien

 Risiken für co-abhängige Kinder und Jugendliche

·       Sie sind sehr stark gefordert, oft überfordert: Geschwister müssen versorgt, die Mutter / der Vater getröstet werden.

·       Zuhause herrscht ein Klima der „angespannten Ruhe“. Streitereien und Peinlichkeiten werden erlebt.

·       Gefühle von Sicherheit, Zuverlässigkeit und Geborgenheit gehen verloren.

·       Die Sucht des Elternteils besetzt einen derart großen Raum, dass für kaum etwas anderes Platz bleibt.

·       Ängste und Verwirrtheiten vergrößern sich im Laufe der Zeit.

·       Der co-abhängige Elternteil ist durch die Krankheit und die Veränderung des (Ehe-)Partners verunsichert, verwirrt und überfordert. Er / Sie kann die Balance der Familie nicht sichern.

Kinder und Jugendliche entwickeln in diesem System Entwicklungs- und Bindungsstörungen, ihre Identitätsfindung ist erschwert:

·       Sie tun sich schwer mit mitmenschlichen Beziehungen. Tendieren dazu, sich zu isolieren.

·       Sie stehen im Wiederholungszwang und suchen sich Umfelder und / oder Partner, in denen Alkohol konsumiert wird oder es bereits Alkohol-Probleme gibt.

·       Sie erleiden Beeinträchtigungen in Schule, Beruf, Freund- und Partnerschaften.

·       Sie haben ein erhöhtes Suchtrisiko.

Rollen bzw. Überlebensstrategien von Kindern und Jugendlichen

Es gibt typische und oft eingenommene Rollen von Kindern / Jugendlichen und den betroffenen Familienmitgliedern. Die Aufklärung hierüber ist eine Grundbedingung für das „In-Gang-Setzen“ des Heilungs- und Gesundungsprozesses.

1.      Held / Heldin oder „die kleine „Mutter / der kleine Vater“

Tut immer das Richtige, leistungsorientiert, überverantwortlich. Braucht Zustimmung und   Anerkennung von anderen. Kann keinen Spaß empfinden. Kann Fehler und Misserfolg nicht  ertragen …

Kompetent, organisiert, erfolgreich, verantwortungsbewusst, gut in Leistungspositionen, zielbewusst …

 Gefühlsleben: Schmerz- und Schuldgefühle. Fühlt sich unzulänglich. Furcht, dass sie /er  niemals genügen kann.

 Vorteile: Positive Aufmerksamkeit. Versorgt die Familie mit Selbstwert. Ist das Kind, worauf  die Familie stolz ist.

 Entwicklung: Workaholic. Starkes Bedürfnis zu kontrollieren und zu manipulieren. Kann nicht Nein sagen. Tendenz, sich mit (sucht-)abhängigen Partnern zu verbinden.

2.      Sündenbock

Zurückgezogen, verdrossen, macht Ärger auf der ganzen Linie … Mutig, kann unter Belastung arbeiten. Erkennt Realität und geht Risiken ein …

Gefühlsleben: Schmerzgefühl zurückgewiesen und verlassen zu sein. Wut und Aggressivität. Fühlt sich unzulänglich. Selbstwertprobleme.

 Vorteile: Steht im Zentrum der negativen Aufmerksamkeit. Lenkt ab von suchtkrankem Elternteil.

 Entwicklung: Suchtkrankheit, Delinquenz, Teenager-Schwangerschaft, Schwierigkeiten überall.

3.      Verlorenes Kind

Einzelgänger/in, Tagträumer/in, einsam. Belohnt sich auch allein z. B. mit Essen. „Driftet und  schwimmt“ durchs Leben“. Ruhig, scheu, wird übersehen und nicht vermisst …

Unabhängig von der Meinung anderer, kreativ, phantasievoll, erfinderisch, kann sich behaupten …

 Gefühlsleben: Gefühl der Bedeutungslosigkeit. Darf keine Gefühle haben. Einsamkeit. Verlassenheit. Gibt sich von vorneherein geschlagen.

 Vorteile: Entkommt jeglicher Aufmerksamkeit. Hat seine Ruhe: „Wenigstens ein Kind, das keine Schwierigkeiten macht“.

 Entwicklung: Unentschiedenheit, keine Lebensfreude, Beziehungsstörungen: Promiskuität  oder Isolation. Kann nicht Nein sagen. Kann keine Veränderungen eingehen.

4.      Maskottchen

Übermäßig niedlich, still, nett, unreif, ängstlich. Tut alles, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Witzig, geistreich, humorvoll, einfühlsam und hilfsbereit …

Gefühlsleben: Selbstwertprobleme. Angst. Gefühl der Einsamkeit und Bedeutungslosigkeit

 Vorteile: Erhält Aufmerksamkeit, weil es andere amüsiert. Schafft mit Komik Erleichterung und  Entspannung.

 Entwicklung: Zwanghafte Clownerien, kann Stress nicht ertragen. Hysterisch. Sucht Held / Heldin als Partner/in.

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