Ausländerfeindlichkeit nimmt ab, Chauvinismus nimmt zu (SZ v. 27.11.2008, Nr. 276, S. 5). Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sind offensichtlich Spitzenreiter in Sachen Chauvinismus, so jedenfalls eine neue Studie der Universität Leipzig.
Was bedeutet nun Chauvinismus? “Wir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben” oder “das oberste Ziel der deutschen Politik sollte es sein, Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht”. Diesen Fragen stimmten z. B. in Bayern 30,4 Prozent der Befragten, laut Studie, ohne Einschränkung zu.
Die Unschärfe der Fragen kann allerdings zu Missverständnissen führen, weil gerade in Bayern ein ausgeprägtes Heimatgefühl eine Rolle spielt, das nicht zur Kategorie “Chauvinismus” passt.
Auch in Sachen “Ausländerfeindlichkeit” liegen Bayern und Mecklenburg-V scheinbar an der Spitze.
Wer allerdings die Sache differenzierter und der Lebenswirklichkeiten angepasst betrachtet, muss doch zugeben, dass diese Untersuchungen ziemlich theoretisch sind. Manche Mentalitäten vergraben ihre wahren Einstellungen im Herzen, andere tragen diese auf ihrer Zunge. Und das scheint mir gerade bei den “direkten und selbstbewussten” Bayern gegeben. Also, alle Untersuchungen eine Sache der verschiedenen Sichtweisen, oder?
Wer diskutiert mit zum Thema Fremdenfeindlichkeit und Chauvinismus?
Beste Grüße, Ellen M. Zitzmann



